Montage eines Wasserschöpfrades

Arbeiten an den Wasserrädern fallen das ganze Jahr über an. Die eigentliche Saison beginnt an Walpurgis (30. April) und endet an Michaelis (29. September). In diesem Zeitraum sind die Wasserräder im Fluss.

Im Herbst werden die Wasserschöpfräder abgebaut, zerlegt und in der vereinseigenen Wasserradhalle zum Abtrocknen eingelagert. Anfang Januar sind die Teile soweit abgetrocknet; nun sind sie von Algen befreit und können auf Beschädigungen kontrolliert werden. Im Winter wird auch das entsprechende und passende Holz für Ausbesserungsarbeiten aus dem Wald beschafft.

Im zeitigen Frühjahr müssen defekte Verschleißteile (z.B. Holzkeile, Holznägel, oder Schaufelbänder) neu angefertigt werden. Sind Teile beschädigt, muss der betroffene Radkranz zum Einpassen der Ersatzteile provisorisch zusammengebaut werden. (Rad auflegen).

Ende April beginnt die Hauptarbeit: Der Einbau für die kommende Saison ist Schwerstarbeit.   Montagearbeiten auf der Radstatt über dem fließenden Wasser verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Zur Sicherheit wird in einem ersten Arbeitsschritt ein Hilfsgerüst aus Bohlen und Brettern gebaut. 

Die ca. 600 Einzelteile eines Wasserschöpfrades werden sortiert und bereit gelegt. Schaufelbänder und Kümpfe (Schöpfeimer) müssen vor der Montage  gewässert werden.

Montage 1 Montage 2 Montage 3
Welle einbauen Arme einfädeln Krümmlinge einhängen

Die Montageschritte erfolgen von „innen“ nach „außen“:

Zunächst werden die Lagerblöcke („Anwellen“) angebracht, ausgerichtet und befestigt. Das Einlegen der schweren Welle in die Anwellen besorgen heute meist Traktoren mit Frontlader. Schließlich müssen die einzelnen Arme eingefädelt, ausgerichtet und verkeilt werden, zunächst nur provisorisch. Sechs Krümmlinge sind es, die pro Radkranz eingehängt und durch Schetterbretter und Schetternägel verbunden werden. Die beiden Radkränze müssen nun nochmals ausgerichtet und endgültig verkeilt werden, ehe die 24 Kümpfe (mit je zwei Kumpfnägeln)  befestigt werden. Sind endlich auch die Schaufelbretter angebracht, kann der Schöpftrog mit der Wasserrinne eingebaut werden. Letzter Akt: Der Fangbaum muss entfernt werden. Er und der Steckriegel verhindern, dass sich das Schöpfrad während der Montage vorzeitig zu drehen beginnt.

Während der Wasserradsaison müssen alle Schöpfräder regelmäßig auf Störungen kontrolliert werden:  So  können sich z.B. Teile lockern oder es kann sich Treibholz im Rad verfangen.

Im September werden die Schöpfräder ausgebaut. In umgekehrter Reihenfolge werden die Einzelteile entfernt und in der Wasserradhalle eingelagert.